Für Erfolg in der Zukunft brauchen wir heute mehr Mut – Das Rheinische Revier kann Zukunftsstadt

Stellungnahme zum Thesenpapier NRWSPD – „NRW2030“: Eine neue Zukunftsstadt im Braunkohlerevier

Unsere Ministerpräsidentin Hannelore Kraft hat bei der Vorstellung einer „Zukunftsstadt im Braunkohlerevier“ kontroverse Diskussionen vermutet. Wir sind in dieser Debatte gerne der „Pro Zukunftsstadt“-Part, gibt diese Vision doch exakt dem von uns, den SPD-Bürgermeistern der Region, formuliertem „Elsdorfer Appell“ vom 12. November 2016 eine konkrete Perspektive.

Die Zukunftsstadt soll sozialen Zusammenhalt, ökologische Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Erfolg an einem Ort vereinen. Mit „modernsten Technologien und dem Erfahrungsschatz der Stadtplaner“ soll die Stadt „eine Referenzadresse mit globaler Strahlkraft“ sein.

Im „Elsdorfer Appell“ haben wir Planungssicherheit für eine Region mit schrumpfendem Bergbau gefordert. Wir haben formuliert, wie sehr wir den politischen Einsatz für freie Flächen zur Entwicklung neuer Gewerbe- und Wohngebiete brauchen. Wir haben die Investition beispielsweise in eine technische Fachhochschule für das Rheinische Revier gefordert, um kluge Köpfe vor Ort zu fördern. Legt man beide Ideen übereinander, so finden wir eine hohe Übereinstimmung.

Das ist kein Zufall: Wer sich über viele Jahre ernsthaft mit der Entwicklung im Rheinischen Revier auseinandergesetzt hat, weiß um die Größe und Radikalität der vor uns liegenden Aufgabe. Auch wenn die Lösung mit einer völlig neuen Stadt im ersten Moment fundamental scheint: Warum denn bitte nicht? Wir sprechen seit langem stets vom Strukturwandel, nur haben wir bislang keine Vorstellung davon, wohin wir uns wandeln wollen, die Diskussionen bleiben bislang meist in der theoretischen Willensbekundung „das irgendetwas anders werden muss“, stecken.

Dagegen ist die Idee einer neuen Stadt doch sehr konkret: Eine Stadt, die als Smart City mit modernstem Mobilitätskonzept von sich reden macht. Dies verbunden mit neuesten Modellen von Leben und Arbeiten ist sie ein Ziel, das den Menschen im Revier endlich eine neue Perspektive bietet. Eine Stadt, die unter anderem mit höchsten Klimaschutzstandards die politische Aufmerksamkeit in Europa auf sich zieht, wird auch wirtschaftlich von diesem Mut profitieren.

Für eine Zukunftsstadt werden neue Flächen in der Lage zwischen Köln und Düsseldorf, die alten Kraftwerksstandorte und ehemalige Tagebaugebiete benötigt. Der Platz, die Menschen und das Wissen sind bereits vor Ort. „Man kann Heimat nicht auf dem Reißbrett planen“, äußert sich die Architektenkammer NRW kritisch zu den Plänen der SPD (Quelle: Aachener Zeitung vom 23. 11.2016) und der CDU-Landespolitiker Gregor Golland moniert, dass ihn diese Innovation an Klaus Kinskis Vision einer Oper im Urwald erinnere (RP vom 24.11.2016).

Wer im Rheinischen Revier verwurzelt ist, kennt eine andere Wahrheit.
Wir sind Menschen, die bereits in der zweiten Generation große Erfahrung im Aufbau einer neuen Lebenswelt und Heimat haben, denn diese Region hat schon einmal ihre Städte aus dem Nichts aufgebaut – und wer uns kennt weiß: das haben wir bisher richtig gut hinbekommen.

Das Rheinische Revier kann Zukunftsstadt! Wir sind sehr froh, dass mit dieser Idee das Rheinische Revier im Fokus der Aufmerksamkeit der Landesregierung, der Politik und der Wirtschaft verankert wird und stehen für die weitere Diskussion und Planung gerne bereit!

Sascha Solbach
Bürgermeister der Stadt Bedburg

Klaus Krützen
Bürgermeister der Stadt Grevenbroich