Zur Sache „Ablehnung der zur Leihe angebotenen Container“

Zu den Berichten über die Ablehnung der zur Leihe angebotenen Container nehme ich folgendermaßen Stellung:

1. Leider werden in der Diskussion zwei verschiedene, nicht zusammen gehörende Themen vermischt. Über die Motivation auch sicherlich interessierter politischer Kreise, dies zu tun, lässt sich streiten. Zum einen geht es um das Angebot, befristet für drei Monate Container für Obdachlose aufzustellen und zum anderen, die im Auftrag des Landes bereitgestellte und momentan nicht belegte Flüchtlingsunterkunft am Hagelkreuz, die unterhalten werden muss, damit sie einsatzfähig für ihren Bestimmungszweck bleibt.

2. Die Stadt bedankt sich ausdrücklich für die angebotenen Container. Leider stehen einer pragmatischen Lösung gesetzliche und genehmigungspflichtige Restriktionen gegenüber, die in der kurzen Bereitstellungszeit (nach drei Monaten würden die Container wieder abgebaut) nicht umsetzbar sind. Das haben ja auch die anderen Kommunen Düsseldorf, Neuss und Dormagen so gesehen und deswegen das Angebot, so gut es gemeint war, abgelehnt. Dies geschieht nicht aus Willkür, sondern aufgrund von Vorgaben, die auch die Stadt zu beachten hat.

3. Unabhängig davon muss klar gesagt werden, dass auch über Weihnachten kein Obdachloser in Grevenbroich im Freien schlafen muss. Die Stadt ist gesetzlich verpflichtet, jedem Menschen Obdach zu gewähren und erfüllt diese Verpflichtung zu jedem Zeitpunkt im Jahr, auch an Weihnachten. Kein Mensch wird von Seiten der Stadtverwaltung abgewiesen.

4. Die Stadtverwaltung und Bürgermeister Klaus Krützen unterstützen die Initiative „Warm durch die Nacht“ seit zwei Jahren. So hat der Bürgermeister seinerzeit spontan und kostenlos einen Raum im Rathaus zur Verfügung gestellt, in dem Sachen für die Obdachlosen gelagert werden können. Des Weiteren wurden im letzten Jahr Gelder für die Arbeit gestiftet und auch auf diese Art der Initiative „Danke“ gesagt. Von den privaten Unterstützungen gegenüber den Obdachlosen, die häufig in das Bürgermeister-Büro kommen und dort um Geld bitten, einmal ganz abgesehen.

5. Die Flüchtlingsunterkunft am Hagelkreuz ist für viel Geld angeschafft worden, als vor zwei Jahren nicht abzusehen war, wie viele Flüchtlinge zu uns kommen. Viele Turnhallen mussten im dieser Zeitspanne belegt werden und waren für unsere Kinder und Vereine nicht nutzbar. Durch die Container und die Zeltanlage konnten die Belegungen der Turnhallen auf Null reduziert werden.

Seit Oktober 2017 hat die Bezirksregierung Arnsberg wieder die Zuweisung von Flüchtlingen noch in diesem Jahr angekündigt. Diese sollten schon hier sein. Aus uns unbekannten Gründen wurde der Zuweisungstermin immer wieder verschoben. Die Stadt muss jedoch damit rechnen, bereits Anfang des Jahres wieder Flüchtlinge unterzubringen zu müssen. Für das Jahr 2018 wurde uns durch die Bezirksregierung eine Zahl von rund 300 Personen angekündigt. Von daher sind wir froh, auf die Zeltanlage zurückgreifen zu können. Die Alternative wäre wieder die Schließung von Turnhallen.

Jeder Wohnungsbesitzer weiß, dass auch leerstehende Wohnungen in der kalten Jahreszeit beheizt werden müssen, um Feuchtigkeits- und damit Schimmelbildung zu vermeiden. Gerade die Planen der Zeltdächer bieten ungeheizt idealen Nährboden für Kondenswasser, welches dann schnell zu Schimmelbildung führt. Die Zelte haben viel Geld gekostet und die Verwaltung ist verpflichtet, mit diesem Eigentum sorgsam umzugehen.

Eine Demontage der Anlage kommt aus den bereits erwähnten Gründen nicht in Betracht. Man darf sich die Zeltanlage auch nicht wie ein Kirmeszelt vorstellen, dass mal eben auf- und wieder abgebaut wird. Neben der reinen Unterbringung, sind hier Sanitäranlagen und Räumlichkeiten für die Versorgung aufgebaut.

6. Die Stadtverwaltung verwahrt sich gegen den Versuch, das Leid der Flüchtlinge gegen das der Obdachlosen auszuspielen. Leider zeigen viele Kommentare, dass dies von interessierten politischen Kreisen hier wieder versucht wird. Kein Obdachloser in Grevenbroich ist wegen der Flüchtlingssituation obdachlos. Dies muss Teil der Wahrheit sein. Die Gründe für Obdachlosigkeit sind vielfältig, liegen jedoch nicht in dem hier ins Spiel gebrachten Zusammenhang.

Alle Personen, die zu diesem Thema Fragen haben, sind recht herzlich zu einer Bürgersprechstunde am Samstag, den 6. Januar 2018 eingeladen. Dort steht der Bürgermeister allen Interessierten ab 11 Uhr im Rathaus zur persönlichen Aussprache zur Verfügung.